Hymnenkritik I: My Way
Gerhard Schröder und das Stabsmusikkorps der Bundeswehr
Text:
And now, the end is near;
And so I face the final curtain.
My friend, Ill say it clear,
Ill state my case, of which Im certain.
Ive lived a life thats full.
Ive traveled each and evry highway;
And more, much more than this,
I did it my way.
Regrets, Ive had a few;
But then again, too few to mention.
I did what I had to do
And saw it through without exemption.
I planned each charted course;
Each careful step along the byway,
But more, much more than this,
I did it my way.
Yes, there were times, Im sure you knew
When I bit off more than I could chew.
But through it all, when there was doubt,
I ate it up and spit it out.
I faced it all and I stood tall;
And did it my way.
Ive loved, Ive laughed and cried.
Ive had my fill; my share of losing.
And now, as tears subside,
I find it all so amusing.
To think I did all that;
And may I say - not in a shy way,
No, oh no not me,
I did it my way.
For what is a man, what has he got?
If not himself, then he has naught.
To say the things he truly feels;
And not the words of one who kneels.
The record shows I took the blows -
And did it my way!
Am Ende hat er doch etwas getan, um die Verwestlichung Deutschlands voranzutreiben, nämlich in Form der endgültigen Versöhnung der deutschen Militärtradition mit amerikanischer Popkultur, Eleganz und Ironie. Erst vor kurzem wurde mir klar, wie tiefgründig und facettenreich Gerhard Schröders Abschied vom Amt des Bundeskanzlers inszeniert war. Die Bundeswehrkapelle (Stabsmusikkorps der Bundeswehr), die mit Inbrunst den Schlüsselsong eines Italo-Amerikaners aus Hoboken/New Jersey spielt ist vielelleicht ein schönes Symbol für das, was Heinrich-August Winkler als “Deutschlands langen Weg nach westen” bezeichnet hat.
Nur, dass HAW um diesen Weg zu markieren zwei dicke Bände gebraucht hat, die Bundeswehrkapelle hingegen braucht dazu nur drei Minuten.
Die Szene mit Gerd und vor allem dem grinsenden Dirigenten ist ein Dokument des Kitsches, der Ironie und der Lässigkeit, die einen am Ende mit Gerd, der nicht nur einmal die Klaviatur des Anti-Amerikanismus gespielt hat, fast aussöhnt.
Ich muss sagen: trotz allem und als eingefleischter Pro-Amerikaner – ich bleibe Gerd-Fan.
Und: Ein Staatswesen, das zu solchen Gesten der Lässigkeit und Selbstironie fähig ist, das ist ein gutes Staatswesen.
Die Tragweite dieser Szene ist mir wie gesagt erst jetzt ganz klar geworden. Ich finde, sie gehört jetzt schon zum Repertoire grosser Momente der Bundesrepublik Deutschland.
Und dann noch was: Support our troops in Afghanistan!
3 months ago